Laser, Wasser oder Plasma: das passende Schneidverfahren wählen

Im Werk in der ul. Elektronowa 6 in Lodz schneiden wir Bleche mit drei Verfahren: per Laser, Wasserstrahl und Plasma. Hier erläutern wir, wie wir das Verfahren passend zum Bauteil wählen und welche Angaben in Ihre Anfrage gehören.

Veröffentlicht am in der Kategorie Ratgeber.

Zeichnung zur Angebotserstellung senden

Restgitter von Blechtafeln nach dem Ausschneiden der Teile, übereinandergestapelt: eine dicke rostige Platte mit rundem Ausschnitt und rechteckigen Fenstern, darunter dünnere Blechtafeln mit Öffnungen in verschiedenen Formen.
Restgitter von Blechtafeln nach dem Ausschneiden der Teile. Werkhalle von ECAD.

Das Verfahren zum Blechschneiden wählen wir meist anhand von drei Kriterien: aus welchem Werkstoff das Teil besteht, welche Materialstärke es hat und was anschließend mit der Kante geschieht. Für jedes Verfahren steht bei uns eine eigene Anlage bereit – die Wahl läuft also auf die Frage hinaus, welche Maschine das Bauteil am besten schneidet.

Blechschneidverfahren: wann Laser, wann Plasma und wann Wasser

  • Laser, wenn es auf eine glatte Kante, kleine Bohrungen und komplexe Konturen in Blechen aus Stahl, Edelstahl und Aluminium ankommt.
  • Plasma, wenn wir dickeren Baustahl schneiden und die Kante keine Laserqualität haben muss – etwa weil das Teil ohnehin geschweißt oder auf einer Werkzeugmaschine weiterbearbeitet wird.
  • Wasser, wenn sich das Material nicht erwärmen darf oder kein Metall ist: Kunststoffe und Gestein, zum Beispiel Granit.

Viele Teile lassen sich mit zwei Verfahren schneiden. Dann entscheiden die Kantenqualität und die anschließende Weiterverarbeitung. Mehr über unseren Blechlaser lesen Sie im Beitrag 12-kW-Faserlaser bei ECAD.

Welche Maschinen hinter jedem Verfahren stehen

Die Maschine gibt vor, was sich schneiden lässt. Die Tabelle zeigt unsere drei Schneidanlagen, die Werkstoffe sowie die maximalen Materialstärken für Laser und Plasma.

Laser-, Plasma- und Wasserstrahlschneiden bei ECAD
VerfahrenMaschineWerkstoff und MaterialstärkeWann wir es wählen
LaserHSG G3015H V2, 12 kW, Blechtafeln 3000 × 1500 mmBaustahl, Edelstahl und Aluminium bis 40 mm, Messing bis 16 mm, Kupfer bis 12 mm; Baustahl bis 20 mm mit hoher Kantenqualitätglatte Kante, kleine Bohrungen und feine Konturen
PlasmaSTIGAL mit Plasmaquelle Hypertherm HPR130XD, 130 A, Arbeitsbereich 3000 × 1500 mmBaustahl: Einstechen bis 32 mm, Trennschnitt maximal bis 38 mm; Edelstahl und Aluminium: Einstechen bis 20 mm, Trennschnitt maximal bis 25 mmdickerer Baustahl, wenn die Kante geschweißt oder mechanisch bearbeitet wird
WasserWasserstrahlschneidanlage PTVMetalle (vor allem Stahl, auch Aluminium), Kunststoffe und Gestein (z. B. Granit)wärmeempfindliche Werkstoffe, Kunststoffe, Gestein

Die Materialstärken für Laser und Plasma sind die Maximalwerte der Anlagen. Welche Materialstärke und Kantenqualität im konkreten Auftrag – und beim Wasserstrahlschneiden auch welche Werkstoffart – machbar sind, bestätigen wir bei der Angebotserstellung.

Wärme, Kante und Genauigkeit

Laser und Plasma schneiden thermisch, sodass an der Kante eine Wärmeeinflusszone entsteht. Der Wasserstrahl schneidet kalt und erzeugt keine solche Zone. Das ist entscheidend bei Werkstoffen, die sich nicht erwärmen dürfen.

Plasmaschneiden oder Laserschneiden

Die Kante nach dem Laserschneiden ist in der Regel glatter als nach dem Plasmaschneiden, und kleine Bohrungen gelingen auf dem Laser besser. Unser Laser schneidet Baustahl bis 20 mm mit hoher Kantenqualität. Mit Plasma stechen wir Baustahl bis 32 mm ein und schneiden ihn bis maximal 38 mm. Über 20 mm schneiden bei uns sowohl Laser als auch Plasma Baustahl; dann entscheiden die Kante und die weitere Bearbeitung: Geht das Teil zum Schweißen oder auf eine Werkzeugmaschine, reicht Plasma oft aus.

Wasserstrahlschneiden oder Laserschneiden

Metallbleche schneiden sowohl der Laser als auch der Wasserstrahl; auf der Wasserstrahlschneidanlage schneiden wir vorwiegend Stahl. Der Laser ist bei dünnem Blech meist schneller und bei feinen Konturen im Vorteil. Wasser wählen wir, wenn sich das Material an der Schnittstelle nicht erwärmen darf oder kein Metall ist: Auf dem Laser schneiden wir Metalle, während wir Kunststoffe und Gestein mit Wasser schneiden.

Wenn ein Maß eine enge Toleranz hat, kennzeichnen Sie es bitte auf der Zeichnung. Wir wählen das Verfahren dann passend dazu aus.

Beispiel: Flansch aus einer 20-mm-Platte

Auf einem Teil der Fertigungszeichnungen aus unserem Archiv trägt der Konstrukteur das Schneidverfahren im Feld „Technologie“ ein. Bei diesem Flansch ist vermerkt: 1) Wasserstrahlschneiden, 2) Kalibrieren der Bohrung Ø 8,1. Nach dem Zuschnitt sieht die Zeichnung also noch das Kalibrieren der Bohrung vor.

Zeichnung eines Flansches 260 × 260 mm aus einer 20-mm-Platte: Draufsicht mit Bohrungen Ø18 und Ø8,1 sowie Seitenansicht mit 20 mm Materialstärke.
Technologiefeld auf derselben Zeichnung: 1) Wasserstrahlschneiden, 2) Kalibrieren der Bohrung Ø 8,1.
Flansch 260 × 260 mm aus einer 20-mm-Platte. Seitenansicht mit Materialstärke und Technologiefeld aus derselben Zeichnung. Zeichnung aus dem ECAD-Archiv, ohne Schriftfeld.

Nach dem Zuschnitt: Entgraten, Biegen und Schweißen in einem Auftrag

Geschnittene Teile müssen nicht zu einem anderen Betrieb transportiert werden. Im selben Auftrag entgraten wir sie, biegen sie auf der Abkantpresse Trumpf TruBend 7050, schweißen sie in unserer Schweißerei oder bearbeiten sie auf CNC-Maschinen. Was bei einem konkreten Bauteil möglich ist, hängt von Werkstoff und Materialstärke ab; das prüfen wir bei der Angebotserstellung.

Aufträge nehmen wir ab einem Stück an. Pauschalpreise nennen wir nicht vorab: Wir kalkulieren anhand Ihrer Zeichnung oder Ihres 3D-Modells, und der Preis richtet sich nach Werkstoff, Materialstärke, Schnittlänge, Stückzahl sowie den Arbeitsschritten nach dem Zuschnitt. Details finden Sie auf der Seite Preisliste für Schneiden und Biegen.

Welche Angaben in Ihre Anfrage gehören

Damit wir das passende Verfahren wählen können, geben Sie in Ihrer Nachricht bitte Folgendes an:

  • aus welchem Werkstoff und welcher Werkstoffgüte das Bauteil gefertigt werden soll,
  • welche Materialstärke es hat und welche Stückzahl Sie benötigen,
  • was mit der Kante nach dem Zuschnitt geschieht: Schweißen, Blechbiegen, mechanische Bearbeitung oder Montage ohne Nacharbeit,
  • welche Maße eine enge Toleranz aufweisen.

Die Schneidprogramme für den Laser erstellen wir in SigmaNEST; für den Zuschnitt eignet sich am besten eine DXF-Datei mit Konturen und Bohrungen.